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Land.schafft.Klang - und so klingt eine Miniwildnis!

  • 4. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Ausstellung Land.schafft.Klang: Natur nicht nur sehen, fühlen - sondern auch mal ganz bewusst hören!  Photo: Eva Stengel
Ausstellung Land.schafft.Klang: Natur nicht nur sehen, fühlen - sondern auch mal ganz bewusst hören! Photo: Eva Stengel

Oft sind es unscheinbare Orte, an denen sich die Natur bei näherer Betrachtung von ihrer spannendsten Seite zeigt: eine Feuchtstelle am Ackerrand, eine extensiv genutzte Wiese, eine verwilderte Brache. Orte, an denen man leicht vorbeigeht. Genau dort berühren sich die Idee von #miniwildnis und die Ausstellung Land.schafft.Klang. Beide richten den Blick auf Lebensräume, die im Alltag oft übersehen werden.


Artenreiche Wiesen klingen ohrenbetäubend schön!     Photo: Ingo Zahlheimer
Artenreiche Wiesen klingen ohrenbetäubend schön! Photo: Ingo Zahlheimer

Land.schafft.Klang ist eine Wanderausstellung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Sie nähert sich Biodiversität nicht nur über Zahlen und Forschung, sondern vor allem über das Hören. Ausgangspunkt war eine Idee der Umweltingenieurin Lioba Degenfelder, die Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, sofort aufgriff.


Photos: Matthias Ettinger, Land.schafft.Klang, Eva Stengel

Das Team der Ausstellung Land .schafft. Klang       Photo Matthias Ettinger
Das Team der Ausstellung Land .schafft. Klang Photo Matthias Ettinger

Daraus entstand mit einem interdisziplinären Team eine Ausstellung, in der Ökoakustik, Kulturgeschichte, Wissenschaft und Kunst ineinandergreifen. Wiesen und Weiden stehen dabei im Mittelpunkt – gewissermaßen der Dschungel Bayerns.


Charles Kenwright fängt die leisesten Töne ein    Photo: Land.schafft.Klang
Charles Kenwright fängt die leisesten Töne ein Photo: Land.schafft.Klang

Für Land.schafft.Klang besuchte der britische Feldrecorder Charles Kenwright Streuobstwiesen, Feuchtwiesen, Almweiden, Magerrasen und intensiv genutzte Grünflächen.

Manche Stimmen, die in seinen Aufnahmen zu hören sind, sind vielerorts selten geworden oder bereits verschwunden.

Photos: Michaela Metz, Land.schafft.Klang

Ein zentraler Ort der Ausstellung ist das begehbare Klangzelt. Hinter einem schweren weißen Vorhang betreten Besucherinnen und Besucher einen Raum mit umlaufender Sitzbank und Kopfhörern. Dort erklingt die „Zeltmusik“ der Musikerin und Komponistin Evi Keglmaier. Grundlage dafür ist eine vielschichtige Toncollage aus Wiesenaufnahmen, die die Klangkünstlerin Mirijam Streibl entwickelt hat.


Photos: Land.schafft.Klang


Außerdem schuf Evi Keglmaier für die Ausstellung ein „Requiem für verschwundene Arten“, das 2025 im Theater Regensburg uraufgeführt wurde. In der Ausstellung begegnet man diesem Werk an einer kleinen Gebetsbank. Das Kabel der Kopfhörer ist bewusst kurz gehalten, man beugt sich beim Hören leicht nach vorne, fast wie in einem Moment der Andacht. Daneben liegen an Sterbebildchen angelehnte Erinnerungsbilder bedrohter Tiere mit QR-Codes, über die sich die Stimmen der jeweiligen Arten anhören lassen.




Photo: Eva Stengel


Fast drei Meter hohe Bambuskonstruktionen und Hörstationen ziehen sich durch die Ausstellung. Beim Gang durch die Räume fühlt man sich stellenweise wie ein kleines Tier im hohen Gras und bewegt sich lauschend durch den Raum.2025 wurde Land.schafft.Klang mit dem Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung ausgezeichnet.

Vielleicht liegt genau darin auch die Verbindung zu #miniwildnis: Beide Projekte lenken die Aufmerksamkeit auf das, was leicht übersehen wird. Auf kleine Lebensräume. Auf Wiesen, Brachen und Feuchtstellen. Oder mitten in der Stadt.

 

Photos: Eva Stengel, Matthias Ettinger


Land.schafft.Klang - Tourplan Info:

Noch bis 31. August 2026 ist Land.schafft.Klang im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum Regen zu sehen. Dort wird die Ausstellung von einem umfangreichen Begleitprogramm ergänzt, darunter Führungen, Workshops und Veranstaltungen rund um Biodiversität, Kulturlandschaft und Klang.


Ab 17. September 2026 wandert die Ausstellung weiter zum Jexhof bei Schöngeising westlich von München. Die historische Hofanlage bildet bis Ende November die nächste Station der Wanderausstellung.

Im Dezember 2026 zieht Land.schafft.Klang weiter nach Abensberg. Die Ausstellung wird dort im Stadtmuseum gezeigt und soll Mitte Dezember eröffnet werden.


Weitere Informationen und aktuelle Termine: www.landschafftklang.de

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